Jesus Christus spricht: Es ist vollbracht! (Joh 19,30)

Andacht zum Monatsspruch für März 2018:
Jesus Christus spricht: Es ist vollbracht! (Joh 19,30)

Liebe Leserinnen und Leser,
Insgesamt sieben letzte Worte werden uns in den neutestamentlichen Evangelien von Jesus Christus überliefert. Nicht in allen Evangelien sind es dieselben. Das Wort, das in diesem Jahr als Monatsspruch für den März ausgewählt worden ist, steht nur im Johannesevangelium. Als Monatsspruch eröffnet er eine besondere Perspektive, denn am Monatsende steht der Karfreitag, der Todestag Jesu.
Am Kreuz hängend spricht Jesus diese Worte: „Es ist vollbracht!“

Wenn etwas vollbracht wurde, dann wurde es vollständig zu Ende gebracht. Diesen Sinn enthält auch das griechische Wort, das in der Bibel an dieser Stelle verwendet wird. Seine Grundbedeutung ist „ans Ziel kommen“. Aber was ist denn hier ans Ziel gekommen? Was wurde vollständig zu Ende gebracht?
Es könnte scheinen, als würde dieser Satz vielleicht besser in den Mund des römischen Hauptmanns passen, der die Kreuzigung durchgeführt hat. Jetzt, da der Gekreuzigte seine letzten Atemzüge tut, ist die Hinrichtung vollbracht. Das würde passen. Aber aus dem Mund des Gekreuzigten? Was soll das Wort da bedeuten? Jesus ist hier doch ein machtloses Opfer weltlicher Gewalt. Er handelt nicht, er leidet nur.

Aber das ist nur der äußere Schein. Eigentlich geschieht hier etwas anderes, und darauf weist Kreuzeswort hin. Entgegen allem Anschein bringt Jesus in diesem Moment eine Aufgabe zu Ende, die Gott der Vater ihm mitgegeben hat, als er auf die Welt kam:
An Jesus soll deutlich werden, wer Gott für die Menschen ist. Gott, der Vater, offenbart sich in Jesu Leben, Leiden, Lieben. In den Worten und Taten Jesu soll man Gott ablesen können wie in einem aufgeschlagenen Buch.
Martin Luther hat es (im Großen Katechismus) so ausgedrückt: Christus ist der Spiegel des väterlichen Herzens Gottes. Dazu gehört auch die Passion, Jesu Leiden und Sterben.
Was von außen betrachtet wie ein Scheitern erscheint, wird von den Zeugen des Auferstandenen nach Ostern als ein Zeichen der Liebe Gottes gedeutet: Gott verborgen im Gekreuzigten.

„Christus starb für uns!“ wurde deshalb zu ihrem Bekenntnis. Doch warum und wieso Christus sterben musste, warum sein Tod „Not-wendend“ ist, da ist das Bekenntnis vielstimmig und verwirrend. Letztlich bleibt es ein Geheimnis.
Gott in Jesus Christus erleidet selbst den Tod, fällt zum Opfer dem Hass und der Gleichgültigkeit der Menschen, die die Wahrheit nicht wahrhaben wollen. Gott in Jesus Christus leidet mit den vielen, die unschuldig leiden, denen die Last einer unerlösten Welt aufgebürdet wird.

Liebe Leserinnen und Leser,
Insgesamt sieben letzte Worte werden uns in den neutestamentlichen Evangelien von Jesus Christus überliefert. Nicht in allen Evangelien sind es dieselben. Das Wort, das in diesem Jahr als Monatsspruch für den März ausgewählt worden ist, steht nur im Johannesevangelium. Als Monatsspruch eröffnet er eine besondere Perspektive, denn am Monatsende steht der Karfreitag, der Todestag Jesu.
Am Kreuz hängend spricht Jesus diese Worte: „Es ist vollbracht!“
Wenn etwas vollbracht wurde, dann wurde es vollständig zu Ende gebracht. Diesen Sinn enthält auch das griechische Wort, das in der Bibel an dieser Stelle verwendet wird. Seine Grundbedeutung ist „ans Ziel kommen“. Aber was ist denn hier ans Ziel gekommen? Was wurde vollständig zu Ende gebracht?
Es könnte scheinen, als würde dieser Satz vielleicht besser in den Mund des römischen Hauptmanns passen, der die Kreuzigung durchgeführt hat. Jetzt, da der Gekreuzigte seine letzten Atemzüge tut, ist die Hinrichtung vollbracht. Das würde passen. Aber aus dem Mund des Gekreuzigten? Was soll das Wort da bedeuten? Jesus ist hier doch ein machtloses Opfer weltlicher Gewalt. Er handelt nicht, er leidet nur.
Aber das ist nur der äußere Schein. Eigentlich geschieht hier etwas anderes, und darauf weist Kreuzeswort hin. Entgegen allem Anschein bringt Jesus in diesem Moment eine Aufgabe zu Ende, die Gott der Vater ihm mitgegeben hat, als er auf die Welt kam:
An Jesus soll deutlich werden, wer Gott für die Menschen ist. Gott, der Vater, offenbart sich in Jesu Leben, Leiden, Lieben. In den Worten und Taten Jesu soll man Gott ablesen können wie in einem aufgeschlagenen Buch.
Martin Luther hat es (im Großen Katechismus) so ausgedrückt: Christus ist der Spiegel des väterlichen Herzens Gottes. Dazu gehört auch die Passion, Jesu Leiden und Sterben.

Was von außen betrachtet wie ein Scheitern erscheint, wird von den Zeugen des Auferstandenen nach Ostern als ein Zeichen der Liebe Gottes gedeutet: Gott verborgen im Gekreuzigten.
„Christus starb für uns!“ wurde deshalb zu ihrem Bekenntnis. Doch warum und wieso Christus sterben musste, warum sein Tod „Not-wendend“ ist, da ist das Bekenntnis vielstimmig und verwirrend. Letztlich bleibt es ein Geheimnis.
Gott in Jesus Christus erleidet selbst den Tod, fällt zum Opfer dem Hass und der Gleichgültigkeit der Menschen, die die Wahrheit nicht wahrhaben wollen. Gott in Jesus Christus leidet mit den vielen, die unschuldig leiden, denen die Last einer unerlösten Welt aufgebürdet wird.
Ihr Pastor Thorsten Rosenau