Feierliche Wiedereröffnung der Peterskirche in Talle

„Gott ist überall derselbe, aber ich bin nicht überall derselbe. Deshalb brauche ich einen Ort, an dem ich besonders gut beten kann.“ Mit den Worten eines Rabbis aus einer jüdischen Legende hat Landessuperintendent Dietmar Arends in seinem Grußwort zur Wiedereröffnung der Peterskirche gratuliert. Am 31.10., dem 500. Gedenktag der Reformation, eine renovierte Kirche wieder in Dienst zu nehmen, sei ein besonderes Zeichen, sagte der Leiter der Lippischen Landeskirche beim Eröffnungsgottesdienst in der voll besetzten Kirche. Ebenso gratulierten die Bürgermeister Mario Hecker, Kalletal, und Rainer Austermann, Lemgo. Beide würdigten die gelungene Renovierung des historischen Gebäudes, das das Ortsbild präge und auch für diejenigen Heimat bedeute, die nicht zur Kirchengemeinde gehören.
„Evangelische Kirche ist eine Kirche der Freiheit.“ betonte Pastor Rosenau in seiner Predigt: „Freiheit zu gewinnen, auszuprobieren, und in aller Freiheit Verantwortung zu übernehmen, sind Kennzeichen reformatorischer Frömmigkeit. Deshalb soll auch die Peterskirche eine Kirche der offenen Türen für alle sein.“
Als Vorsitzender des Kirchenvorstands bedankte sich Rosenau im Namen der Gemeinde bei allen, die mitgeholfen hatten, die Renovierung zum Abschluss zu bringen. Neben den zahlreichen Spendern, dem Bund und der Landeskirche, die Geld zum Bau beigetragen hatten, dankte er den Mitgliedern des Bauausschusses und dem Bauleiter Hans-Peter Wegner. Er habe nicht nur alle Arbeiten koordiniert, sondern auch die Kosten und Finanzierung immer im Blick gehabt und so für eine harmonische Baustelle gesorgt. Zur Erinnerung wurde ihm ein Kreuz aus historischem Eichenholz überreicht.

Die über 20 verschiedenen Firmen, die an der Renovierung beteiligt gewesen sind, waren schon am Vorabend beim Eröffnungskonzert gewürdigt worden: die Handwerker hatten Freikarten erhalten, um das Ergebnis ihrer Arbeit bei guter Musik erleben zu können. Das Ensemble Harmonic Brass aus München begeisterte mit seinem Programm „Delicatessen“ über 300 Zuhörer und viele blieben noch lange nach dem Konzert, um in gelöster Atmosphäre den neuen Glanz und den Abschluss der Arbeiten zu feiern.

Im Gottesdienst zur Wiedereröffnung der Kirche wurde auch Dörte Vollmer als Vikarin in der Gemeinde begrüßt. Zwei Jahre plus Prüfungszeit dauert die Ausbildung, die sie zuerst ins Schulvikariat in die Gemeinschaftsschule in Hohenhausen führt. Nach den Halbjahrszeugnissen im Februar 2018 beginnt die Gemeindezeit und die Ausbildung im Predigerseminar in Wuppertal.
Mit vielen weiteren Gratulanten aus den Vereinen und Nachbargemeinden, die sich eingestellt hatten, die Eröffnung mitzufeiern, wurde im Anschluss an den Gottesdienst das Fest mit einem Pickertessen im Gemeindehaus fortgesetzt. 10 Frauen aus der Gemeinde hatten gebacken oder Teig vorbereitet, der dann von den Katechumenen Matthis, Jamie und Jona frisch in der Pfanne verarbeitet wurde. Andere Katechumenen halfen beim Servieren und versäumten es nicht, mit der Spendendose herumzugehen. Ihrer Geschäftstüchtigkeit ist es zu verdanken, dass auch der letzte Pickert noch gewinnbringend verkauft werden konnte. Insgesamt sind an dem Tag rund 1350 Euro für die Anschaffung von Sitzpolstern für die Kirchenbänke zusammen gekommen.