Grabstein A9

alte Grabstein-Nr. 5

Name: Margretha Anna Rehsinne  

Ort: Welstorf

geboren: 02.02.1658
gestorben: 1729
Alter: 71 Jahre

Inschrift vorne

HIER RUHET DIE VIEL EHR UND TUGENDTSAHME FRAUE MARGRETHA ANNA REHSINNE VON WELSTORFF IST GEBOHREN ANNO 1658 DEN 2. FEBRUARY UND IST GESTORBEN ANNO 1729…

Inschrift hinten

TEX TUS
AUS DEM : 42 . PSALM
VERS . 1 UND . 2
WIE DER HIRSCH
SCHREIET NACH FRISCHEN
WASSER SO SCHREYET
MEINE SEELE GOTT
ZU DIR MEINE SEELE
DURSTET NACH GOTT
NACH DEM LEBENDIGEN
GOTT WAN WERDE
ICH DAHINKOMMEN
DAS ICH GOTTES
ANGESICHTE
SCHAUE

Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?

Bibelvers nach moderner Lutherübersetzung aus Psalm 42 die Verse 2 und 3

Bei Sturm ist auf diesen und einen anderen Stein (D7) ein Baum gestürzt, sie zerbrachen. Er wurde dann mit eingebohrten Gewindestangen (als Dübel) und Steinkleber (wie Fliesenkleber) von Fa. Dornfeld denkmalgerecht repariert.

Außerdem interessant: Auf diesen drei nebeneinander stehenden Grabsteinen derselben Familie tauchen drei verschiedene Schreibweisen auf: Rehsinne, Rehse, Rihse. Die niederdeutsche Form Rehse oder Reese war allgemein die gebräuchlichere und setzte sich später auch durch. 

Die Endung -in oder -inne war in Lippe selten. Die Ehefrauen wurden hier üblicherweise mit -sche bezeichnet, so auch im Taller Kirchenbuch, im August 1729: "die alte Resesche von Welstorff" begraben, 72 Jahre alt. (Quelle: Nicolas Rügge, Die Grabsteine an der Kirche in Talle)

Hier findet sich auch ein Engel auf dem Grabstein.