Grabstein B2

alte Grabstein-Nr. 24

Name: Stock  

geb.: 22.11.1684
gest.:
Lebensalter: ?? Jahre

Ort: Matorf

Inschrift vorne

Alhier ruhen die ent seelte Ge beine des wohl ehr und achtbahrern Johan Stock von Mardorf ist gebohren anno 1684 den 22 November und gestorben anno 17__ den ____ seines Alters __ Jahr

Inschrift hinten

Textus
aus
Psalm CII
Vers 12 13
Meine Tage sind
dahin wie ein
Schatten
und ich verdorre
wie Gras
du aber Herr
bleibest
ewiglich
und dein
Gedaechtnis
für und
für

Meine Tage sind dahin wie ein Schatten, und ich verdorre wie Gras. Du aber, HERR, bleibst ewiglich und dein Name für und für.

Bibelvers nach moderner Lutherübersetzung aus Psalm 102 Verse 12 und 13

Johann Stock aus „Madorf“ hat sich bei Lebzeiten ein Denkmal gesetzt, das einen Kranz mit einem „Stocke“ als Wappen zeigt. (Quelle: August Wiemann, Heimatkundliche Bilder aus dem Ilsetal) 

Die Daten sind unklar: entweder handelt es sich um Johan Berent Stock, geb. 01.06.1684, oder (Zahlendreher?) sein Vater Johann Stock, der 1648 geboren sein könnte und 20.03.1695 begraben. Dann wäre die Jahreszahl 17___ falsch. Vielleicht hatte er jedoch, nicht ahnend dass er weniger als 52 Jahre alt werden würde, schon den Anfang seines Todesdatums setzen lassen, wie dies oft gemacht wurde (Quelle: Nicolas Rügge, Die Grabsteine an der Kirche in Talle)

Zu den Beschreibungen ehr- und achtbar bei Männern sowie ehr- und tugendsam bei Frauen schreibt August Wiemann 1920 in seinem Büchlein "Heimatkundliche Bilder aus dem Ilsetal": "Die Ausdrücke „ehrenachtbarer Mann oder „ehr- und tugendsame Frau“ lesen wir auf alle Denkmälern dieser Zeit. Ja, wir können eine gewisse Steigerung in diesen Ausdrücken durch die Jahrzehnte verfolgen. Aus dem „ehrbaren“ Manne wird der „ehrenachtbare“ oder „ehr- und achtbare“, dann der „wohl ehren und achtbare“ und schließlich der „wohl ehrengeachter und vorachtbare“ Mann. Die Frau aber entwickelt sich aus der „ehrsamen“ Frau zur „ehr- und tugendsamen“, zur „viel ehr und tugendsamen“, zur „viel ehr- und tugendliebenden“ Frau. Die letzten Steigerungen in den Bezeichnungen menschlicher, besonders männlicher Tugend berühren uns doch sonderbar und um so merkwürdiger, als alle „gesteigerte“ Tugend sich Lebende selbst beigelegt haben, da immer auf diesen Steinen die Todesdaten fehlen. Da können wir doch das Sprichwort nicht mehr unterdrücken: 

„Eigenlob stinkt“. Ja, es stinkt manchmal noch nach 200 Jahren."